Heatmap und Screener
Zwei Werkzeuge für dieselbe Frage: Wo bewegt sich heute etwas? Die Heatmap zeigt es dir als Bild, der Screener als Liste. Beide sagen dir nicht, was du kaufen sollst – und genau darin liegt ihr Wert.
Marktübersicht
Jede Kachel ein Unternehmen: Größe nach Börsenwert, Farbe nach der heutigen Veränderung, gruppiert nach Sektoren.
Chart von TradingView
Übersicht aller Titel eines Index als farbige Kacheln – bereitgestellt von TradingView, mit eigenen Kursdaten.
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Wie man eine Heatmap liest, ohne sich etwas einzureden
Sieh die Blöcke an, nicht die Kacheln
Die Gruppierung nach Sektoren ist der ganze Punkt. Ist ein Block grün und der Rest rot, fließt heute Geld gezielt dorthin – das nennt man Rotation, und es ist eine echte Information. Ist alles gleichmäßig grün, war es ein Indextag: Dann hat kein einzelner Titel etwas Besonderes getan, sondern der Markt ist gestiegen.
Die größte grüne Kachel ist eine Falle
Sie zieht den Blick an, und genau deshalb kaufen Anfänger sie. Was du siehst, ist aber eine Bewegung, die bereits stattgefunden hat – ohne dich. Wer um 16 Uhr kauft, was seit 9 Uhr läuft, zahlt den Preis von allen, die früher da waren, und hat seinen Stop zwangsläufig weit weg. Eine Heatmap ist ein Rückspiegel.
Rot ist genauso Information
Wenn dein Depot grün ist, der ganze Markt aber auch, hast du nicht gut gehandelt – du warst dabei. Umgekehrt: Ein kleiner Verlust an einem Tag, an dem alles tiefrot ist, ist ein gutes Ergebnis. Die Heatmap ist der schnellste Weg, die eigene Leistung vom Markt zu trennen. Dafür benutze ich sie im Coaching am häufigsten.
Screener
Filter über alle Titel eines Marktes. Spalten und Bedingungen lassen sich oben im Werkzeug ändern.
Chart von TradingView
Filter über alle Titel eines Marktes nach Kurs, Volumen, Veränderung und Kennzahlen – bereitgestellt von TradingView.
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Die einzige Screener-Regel, die wirklich zählt
Die Bedingungen stehen fest, bevor du das Werkzeug öffnest. Sonst passiert immer dasselbe: Du stellst drei Filter ein, bekommst zwei Treffer, lockerst einen Filter, bekommst zwanzig, und suchst dir die schönsten aus. Das ist kein Filtern mehr, das ist Einkaufen – und du wirst immer etwas finden, das zu dem passt, was du ohnehin handeln wolltest.
Für den Anfang reichen drei Bedingungen:
- Mindestkurs – damit du keine Titel unter einem Euro handelst, bei denen ein Cent Spread zehn Prozent sind.
- Durchschnittliches Volumen – damit du wieder herauskommst. Ein Gewinn, den du nicht verkaufen kannst, ist keiner.
- Heutiges Volumen im Verhältnis zum Durchschnitt – der einzige Filter, der dir sagt, dass heute etwas Ungewöhnliches passiert. Alles andere ist Kosmetik.
Was dabei herauskommt, sind Kandidaten, keine Trades. Jeder einzelne will noch im Chart angesehen werden, und dann entscheidet dein Regelwerk – nicht die Liste.
Kursquelle: TradingView. Je nach Börse in Echtzeit oder verzögert. Für die Ausführung eines Trades ist ausschließlich der Kurs deines Brokers maßgeblich. Keine Anlageberatung und keine Anlageempfehlung. Der Handel mit Finanzinstrumenten ist mit erheblichen Risiken verbunden und kann zum Totalverlust führen.
Häufige Fragen
Was ist eine Heatmap an der Börse?
Eine Übersicht aller Titel eines Index als Kacheln. Die Größe der Kachel steht für den Börsenwert, die Farbe für die heutige Veränderung – grün im Plus, rot im Minus. Die Kacheln sind nach Sektoren gruppiert. In drei Sekunden siehst du, ob der ganze Markt läuft oder nur ein einzelner Bereich.
Was bringt mir eine Heatmap konkret beim Handeln?
Sie beantwortet eine einzige Frage: Wo bewegt sich heute Geld hin? Das ist Kontext, kein Signal. Wenn Technologie grün ist und alles andere rot, weißt du, dass ein Trade gegen Technologie heute gegen den Strom läuft. Was die Heatmap nicht beantwortet: was du kaufen sollst. Die größte grüne Kachel ist die verlockendste und meistens der schlechteste Einstieg – die Bewegung hat ohne dich stattgefunden.
Was ist ein Aktien-Screener?
Ein Filter über alle Titel eines Marktes. Du gibst Bedingungen vor – Kurs über 10 Euro, Tagesvolumen über einer Million Stück, Veränderung über drei Prozent – und bekommst die Titel, die alle Bedingungen erfüllen. Der Screener ersetzt das Durchblättern von tausenden Charts.
Welche Filter soll ich als Anfänger einstellen?
Drei, nicht fünfzehn. Erstens Mindestkurs, damit du keine Pennystocks handelst. Zweitens durchschnittliches Volumen, damit du überhaupt wieder herauskommst. Drittens das heutige Volumen im Verhältnis zum Durchschnitt – das ist der einzige Filter, der dir sagt, dass heute etwas Ungewöhnliches passiert. Alles Weitere kommt erst, wenn du begründen kannst, welche Frage der Filter beantwortet.
Warum finde ich mit meinem Screener immer Treffer, die dann nicht laufen?
Weil die Filter nach dem Schauen gesetzt wurden, nicht davor. Das passiert fast jedem: Man stellt Bedingungen ein, bekommt zwei Treffer, lockert, bekommt zwanzig, sucht sich die schönsten aus. Das ist kein Filtern, das ist Einkaufen. Schreib die Bedingungen auf, bevor du den Screener öffnest – und ändere sie an diesem Tag nicht mehr.
Sind die Daten in Heatmap und Screener in Echtzeit?
Das hängt an der Börse. Für einen Teil der Märkte liefert TradingView Echtzeitkurse, für andere verzögerte. Für die Frage „wo bewegt sich heute etwas" ist das unerheblich. Für die Ausführung eines Trades zählt ausschließlich der Kurs in deiner Handelsplattform.