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Trading-Grundlagen: was du wissen musst, bevor echtes Geld im Spiel ist
Wie du eine Kerze liest, was zwischen Kauf- und Verkaufskurs verloren geht, welche Order was tut und wie groß eine Position sein darf. Das Handwerkszeug, ohne das jede Strategie Glücksspiel bleibt – so erklärt, dass du es nach dem Lesen anwenden kannst.
Damit wir uns nicht missverstehen: Dieses Wissen macht dich nicht profitabel. Es verhindert, dass du aus Unwissen verlierst. Das ist weniger, als manche Kurse versprechen – und mehr, als die meisten Anfänger mitbringen.
Was an der Börse eigentlich passiert
Eine Aktie ist ein Anteil an einer Firma. Kaufst du sie an der Börse, kaufst du sie nicht von der Firma, sondern von jemandem, der sie loswerden will. Der Kurs ist nichts anderes als der Preis, auf den sich der letzte Käufer und der letzte Verkäufer geeinigt haben.
Wollen mehr Leute kaufen als verkaufen, müssen die Käufer mehr bieten – der Kurs steigt. Wollen mehr verkaufen, müssen die Verkäufer nachgeben – er fällt. Jeder Chart, jeder Indikator und jedes Muster auf dieser Seite ist nur eine Aufzeichnung dieses Tauziehens. Wer das im Kopf behält, fällt auf keine „geheime Formel“ herein.
Investieren
Du kaufst ein Stück Firma und hältst es Jahre. Entscheidend ist, was die Firma wert ist.
Trading
Du handelst die Bewegung: Tage bis Wochen beim Swingtrading, Minuten bis Stunden beim Daytrading. Entscheidend ist, was die anderen als Nächstes tun.
Long und Short
Long: kaufen, auf steigende Kurse setzen. Short: geliehene Aktien verkaufen und später billiger zurückkaufen – mit nach oben offenem Verlust. Als Einsteiger lernst du zuerst long.
Gehandelt wird über einen Broker. Er leitet deine Order an die Börse weiter und bestimmt mit, was du darfst: welche Handelszeiten, welche Ordertypen, welche Gebühren. Lies seine Bedingungen, bevor du die erste Order aufgibst – nicht danach. Welche Art zu handeln zu deinem Alltag passt, steht unter Handelsstile.
Handelszeiten: wann in den USA gehandelt wird
Der reguläre Handel an den US-Börsen läuft von 9:30 bis 16:00 Uhr New Yorker Zeit – bei uns von 15:30 bis 22:00 Uhr. Davor liegt die Vorbörse ab 4:00 Uhr (bei uns 10:00 Uhr), danach die Nachbörse bis 20:00 Uhr (bei uns 2:00 Uhr nachts).
Vor- und Nachbörse sind kein Handel zweiter Klasse, aber ein anderer: weniger Umsatz, größere Abstände zwischen Kauf- und Verkaufskurs, Sprünge von mehreren Prozent in Sekunden. Viele Broker nehmen dort nur limitierte Orders an und führen Stop-Orders gar nicht aus. Das musst du wissen, bevor du drin bist.
Zweimal im Jahr verschiebt sich alles um eine Stunde: Die USA stellen im März früher auf Sommerzeit um und im Herbst später zurück. In diesen Wochen beginnt der reguläre Handel bei uns schon um 14:30 Uhr. Wer das übersieht, verpasst die Eröffnung – für Daytrader meist die wichtigste Stunde des Tages.
Kerzen lesen: was ein Candlestick verrät
Fast jeder Chart, den du sehen wirst, besteht aus Kerzen, englisch Candlesticks. Jede Kerze fasst einen festen Zeitraum zusammen – eine Minute, fünf Minuten, einen Tag – und zeigt vier Preise: wo der Zeitraum begann (Eröffnung), wo er endete (Schluss) und wie weit der Kurs dazwischen nach oben (Hoch) und nach unten (Tief) lief.
Der Körper ist die Strecke zwischen Eröffnung und Schluss. Die Dochte – auch Schatten oder Lunten – zeigen, wie weit der Kurs darüber hinauskam und dass er dort nicht bleiben durfte. Darin steckt die eigentliche Information:
- Großer Körper, kurze Dochte: Eine Seite hatte den ganzen Zeitraum über die Kontrolle.
- Langer Docht oben: Käufer haben den Kurs hochgetrieben, Verkäufer haben ihn wieder gedrückt. Oben wartet Angebot.
- Langer Docht unten: Verkäufer haben gedrückt, Käufer haben zurückgekauft. Unten wartet Nachfrage.
- Kleiner Körper, Dochte auf beiden Seiten: Unentschieden. Keine Seite setzt sich durch.
Vier Formen, die du kennen solltest
- Doji
- Eröffnung und Schluss fast gleich. Nach einem langen Lauf ein Zeichen, dass der Druck nachlässt – mehr nicht.
- Hammer
- Nach einem Rückgang: tief abverkauft, dann zurückgekauft, Schluss nahe am Hoch. Die Verkäufer kamen nicht durch.
- Shooting Star
- Das Spiegelbild nach einem Anstieg: hochgelaufen, dann abverkauft, Schluss nahe am Tief. Die Käufer kamen nicht durch.
- Engulfing
- Der Körper der zweiten Kerze umschließt den der ersten vollständig. Grün nach Rot heißt: Die Käufer haben alles zurückgeholt und mehr.
Zeitebenen und Chartarten
Kerzen gibt es in jeder Größe. Fünf 1-Minuten-Kerzen ergeben eine 5-Minuten-Kerze: die Eröffnung der ersten, der Schluss der letzten, dazu das höchste Hoch und das tiefste Tief dazwischen. Es ist derselbe Markt – nur durch eine andere Brille.
Daytrader schauen deshalb auf mehrere Zeitebenen gleichzeitig: den Tageschart für die großen Marken (Hoch und Tief der Vortage, alte Widerstände), den 5-Minuten-Chart für Trend und Struktur, den 1-Minuten-Chart für den genauen Einstieg. Wer nur auf die Minute schaut, sieht den Wald vor lauter Bäumen nicht. Wer nur auf den Tag schaut, steigt zu spät ein.
Kerzen, Balken, Linie, Heikin Ashi
Dieselben Kurse lassen sich unterschiedlich zeichnen. Kerzen und Balken zeigen exakt dieselben vier Preise. Die Linie verbindet nur die Schlusskurse – übersichtlich, aber ohne Hochs und Tiefs. Heikin Ashi glättet die Kerzen über Durchschnitte: Trends lesen sich ruhiger, kleine Gegenbewegungen verschwinden.
Volumen und relatives Volumen
Das Volumen ist die Zahl der Aktien, die in einem Zeitraum den Besitzer gewechselt haben. Im Chart steht es meist als Säulen unter den Kerzen. Es beantwortet die Frage, die der Kurs allein offenlässt: Wie viele stehen hinter dieser Bewegung?
- Anstieg mit hohem Volumen: Viele kaufen mit. Die Bewegung hat Gewicht.
- Anstieg mit dünnem Volumen: Wenige kaufen – eine einzige größere Verkaufsorder kann ihn umdrehen.
- Riesiges Volumen, aber kein Fortschritt mehr: Jemand verkauft in die Nachfrage hinein. Oft das Ende eines Laufs.
Das absolute Volumen sagt wenig, solange du nicht weißt, was für diesen Titel normal ist. Dafür gibt es das relative Volumen: das heutige Volumen im Verhältnis zum üblichen, zur gleichen Uhrzeit. Ein Wert von 1 ist ein gewöhnlicher Tag. Ein Wert von 5 heißt fünfmal so viel wie sonst – irgendetwas ist passiert, und der Markt hat es bemerkt.
Für Momentum-Trader ist das die erste Frage an jeden Titel: Ist er heute im Spiel? Ohne außergewöhnliches Volumen gibt es keinen Grund, sich mit ihm zu beschäftigen. Mehr dazu unter Volumen bei den Indikatoren.
Geld, Brief und Spread: Kosten, die auf keiner Abrechnung stehen
Zu jedem Zeitpunkt gibt es zwei Preise: den höchsten, den gerade jemand zahlen will (Geld, englisch Bid), und den niedrigsten, zu dem gerade jemand verkaufen will (Brief, englisch Ask). Der Abstand dazwischen ist der Spread.
Willst du sofort kaufen, zahlst du den Brief. Willst du sofort verkaufen, bekommst du das Geld. Kaufst du im Beispiel 1.000 Aktien zu 5,01 $ und verkaufst sie sofort wieder zu 4,99 $, hast du 20 $ verloren, ohne dass sich der Kurs bewegt hat.
Bei großen Titeln beträgt der Spread meist einen Cent und spielt keine Rolle. Bei kleinen Firmen und in der Vorbörse sind 5, 10 oder 20 Cent normal. Rechne das gegen deinen Stop: Liegt er 20 Cent unter dem Einstieg und der Spread beträgt 10 Cent, ist die Hälfte deines Risikos weg, bevor der Trade überhaupt läuft.
Die Tiefe des Orderbuchs – mehrere Preisstufen auf beiden Seiten – heißt Level 2. Hilfreich, aber mit Vorsicht zu lesen: Orders lassen sich jederzeit zurückziehen. Eine große Order im Buch ist eine Absicht, kein Versprechen.
Ordertypen: was welche Order tut
Vier Ordertypen reichen für den Anfang. Wichtig ist nicht, wie sie heißen, sondern was sie im schlechtesten Fall tun.
Market-OrderBestens / Billigst
Sofort ausführen, zum besten Preis, der gerade verfügbar ist.
- Gut für:
- Wenn du jetzt raus musst und der Preis zweitrangig ist.
- Im schlechtesten Fall:
- In schnellen oder dünnen Titeln bekommst du einen deutlich schlechteren Preis als angezeigt. Das heißt Slippage.
Limit-Orderlimitiert
Nur zu deinem Preis oder besser.
- Gut für:
- Einstiege – und jeder Handel in Vor- und Nachbörse.
- Im schlechtesten Fall:
- Läuft der Kurs weg, wirst du nicht ausgeführt oder nur zum Teil.
Stop-OrderStop-Loss, Stop-Market
Wartet, bis der Kurs deine Marke erreicht – dann wird sie zur Market-Order.
- Gut für:
- Den Notausgang: Sie verkauft auch dann, wenn du gerade nicht hinschaust.
- Im schlechtesten Fall:
- Springt der Kurs über deine Marke hinweg, etwa nach einer Handelsaussetzung, wirst du weit darunter ausgeführt.
Stop-Limit-Order
Wie die Stop-Order, wird aber zur Limit-Order: nicht unter deinem Limit.
- Gut für:
- Einstiege über einer Marke, wenn du dort nicht jeden Preis zahlen willst.
- Im schlechtesten Fall:
- Fällt der Kurs durch dein Limit, bleibt die Order liegen – und du bleibst im Verlust. Als Notausgang ungeeignet.
Float, Börsenwert, Leerverkäufe und Verwässerung
Vier Zahlen erklären, warum manche Aktien an einem Tag 5 % machen und andere 100 %.
Float (Streubesitz)
Die Aktien, die tatsächlich frei gehandelt werden – ohne die Pakete von Gründern, Management und Großaktionären. Kleiner Float plus große Nachfrage ergibt große Bewegungen. In beide Richtungen: Dieselbe Knappheit, die den Kurs hochtreibt, lässt ihn abstürzen, sobald die Käufer weg sind.
Marktkapitalisierung
Kurs mal Zahl aller Aktien – der Börsenwert der Firma. Als Small Caps gelten meist Firmen unter rund 2 Milliarden Dollar Börsenwert, darunter die Micro Caps. Je kleiner, desto weniger Aufmerksamkeit und desto größer die Sprünge.
Leerverkäufe (Short Interest)
Wie viele Aktien gerade leerverkauft sind, also von Marktteilnehmern, die auf fallende Kurse setzen. Steigt der Kurs stark, müssen manche zurückkaufen und treiben ihn weiter: ein Short Squeeze. Gemeldet wird in den USA nur zweimal im Monat – die Zahl ist also immer etwas alt.
Verwässerung
Die Firma gibt neue Aktien aus: über ein Angebot an Investoren, ein laufendes Verkaufsprogramm an der Börse (ATM), Optionsscheine oder Wandelanleihen. Jeder Anteil ist danach weniger wert, und das zusätzliche Angebot drückt auf den Kurs.
Bei kleinen Firmen, die Geld verbrennen, ist Verwässerung der häufigste Grund, warum ein Lauf so schnell endet, wie er begonnen hat. Vorhersagen lässt sie sich nicht, absehen oft schon: Ein Angebot muss die Firma vorher registrieren lassen, und ihre Bilanz zeigt, wie lange das Geld noch reicht. Das Momo Cockpit liest beides für jeden Titel aus und nennt die Gründe.
Risiko und Positionsgröße: die wichtigste Rechnung im Trading
Wenn du von dieser Seite nur einen Abschnitt mitnimmst, dann diesen. Die meisten Konten gehen nicht an schlechten Einstiegen kaputt, sondern an Positionen, die zu groß waren.
Die Reihenfolge ist immer dieselbe: Erst legst du fest, wo dein Trade falsch ist – dort liegt der Stop. Dann legst du fest, wie viel du verlieren darfst, wenn er greift. Erst daraus ergibt sich die Stückzahl:
Stückzahl = Risiko je Trade ÷ Abstand zwischen Einstieg und Stop
Der Betrag, den du verlierst, wenn der Stop greift, heißt 1R. Rechnest du Gewinne und Verluste in R statt in Euro, werden deine Trades vergleichbar – egal, ob das Konto 2.000 oder 200.000 groß ist. Ein Ergebnis von +2R heißt: doppelt so viel gewonnen, wie du riskiert hattest.
Wie oft du recht haben musst
Ein gutes Chance-Risiko-Verhältnis (CRV) senkt die Trefferquote, die du brauchst, um nicht zu verlieren:
| CRV | nötige Trefferquote |
|---|---|
| 1 : 1 | 50 % |
| 1,5 : 1 | 40 % |
| 2 : 1 | 33 % |
| 3 : 1 | 25 % |
Formel: 1 ÷ (1 + CRV). Ohne Gebühren und Slippage – mit beidem brauchst du mehr.
Klingt bequem, hat aber einen Haken: Ziele, die weit weg liegen, werden seltener erreicht. Ein Verhältnis von 3 zu 1 auf dem Papier nützt nichts, wenn der Kurs das Ziel fast nie sieht. Entscheidend ist, was deine eigenen Trades über viele Wiederholungen ergeben – und das zeigt nur ein Journal.
Warum ein Prozent kein Zeichen von Feigheit ist
Zehn Verluste in Folge kommen vor, auch mit einer guten Strategie. Mit 1 % Risiko je Trade liegt dein Konto danach knapp 10 % im Minus – ärgerlich, aber reparabel. Mit 5 % je Trade sind es 40 %, und um die aufzuholen, brauchst du danach 67 % Gewinn. Deshalb die verbreitete Faustregel: höchstens 1 % des Kontos je Trade, am Anfang eher weniger.
Dazu gehört eine Tagesgrenze: Ist ein vorher festgelegter Verlust erreicht – zum Beispiel 3R –, ist der Handelstag vorbei. Nicht, weil der Markt danach gefährlicher wird. Sondern du.
Üben, ohne Geld zu verbrennen: Simulator und Journal
Viele Broker bieten ein Simulationskonto an, auch Paper Trading genannt: echte Kurse, Spielgeld. Dort lernst du die Mechanik – Ordermaske, Tastenkürzel, Abläufe – und ob deine Regeln überhaupt funktionieren.
Der Simulator hat zwei Schwächen, die du kennen musst. Erstens fehlt die Angst: Spielgeld verliert sich leicht. Zweitens sind die Ausführungen oft zu gut – du bekommst Preise, die du in einem schnellen Titel im echten Markt nicht bekämst. Ein Gewinn im Simulator ist deshalb eine Voraussetzung, kein Beweis.
- 1.Simulator, bis du über Wochen nach deinen Regeln handelst und dabei profitabel bist – nicht an einem guten Tag.
- 2.Echtes Geld in Kleinstgröße: klein genug, dass es nicht wehtut, echt genug, dass es zählt.
- 3.Größer erst, wenn die Zahlen es hergeben – über viele Trades, nicht nach einem Tag, der sich gut angefühlt hat.
Und vom ersten Trade an ein Journal: Uhrzeit, Titel, Grund für den Einstieg, Einstieg, Stop, Ziel, Stückzahl, Ergebnis in R – und eine ehrliche Zeile, ob du deine Regeln eingehalten hast. Nach fünfzig Einträgen zeigt es dir Muster, die du im Moment nie sehen würdest. Warum das so ist, steht unter Psychologie.
Die sechs teuersten Anfängerfehler
Zu große Positionen
Der Fehler, aus dem fast alle anderen folgen. Wer zu groß ist, fängt an, mit seinen eigenen Regeln zu verhandeln.
Kein Stop – oder einer, der wandert
Ein Stop, den du verschiebst, sobald der Kurs ihn erreicht, ist keiner. Er ist eine Hoffnung mit Preisschild.
Verlierer nachkaufen
„Jetzt ist es noch billiger“ vergrößert die Position genau dann, wenn der Trade gegen dich läuft.
Hinterherspringen
Einsteigen, nachdem ein Titel schon 50 % gelaufen ist – weil die Angst, etwas zu verpassen, lauter ist als der Plan.
Rache-Trades
Nach einem Verlust sofort zurück in den Markt, um ihn wieder hereinzuholen. Der zweite Verlust ist meist größer als der erste.
Jede Woche ein neues System
Kein System funktioniert in jeder Woche. Wer nach drei Verlusten wechselt, lernt keines richtig kennen.
Glossar: die wichtigsten Begriffe
- After-Hours (Nachbörse)
- Handel nach 16:00 Uhr New Yorker Zeit bis 20:00 Uhr. Wenig Umsatz, große Spreads.
- Ask (Brief)
- Der niedrigste Preis, zu dem gerade jemand verkaufen will.
- ATM-Programm
- „At the Market“: Die Firma verkauft laufend neue Aktien über die Börse – ein stilles Angebot, das auf den Kurs drückt.
- Ausbruch (Breakout)
- Der Kurs überwindet eine Marke, an der er vorher gescheitert ist.
- Bid (Geld)
- Der höchste Preis, den gerade jemand zahlen will.
- CRV
- Chance-Risiko-Verhältnis: möglicher Gewinn geteilt durch möglichen Verlust eines Trades.
- Float
- Die frei handelbaren Aktien einer Firma.
- Gap
- Eine Kurslücke zwischen dem Schluss des Vortags und dem nächsten Kurs, meist nach Nachrichten über Nacht.
- Handelsaussetzung (Halt)
- Die Börse unterbricht den Handel – bei zu schnellen Bewegungen meist für fünf Minuten, bei anstehenden Nachrichten bis zu deren Veröffentlichung.
- HOD / LOD
- Hoch und Tief des Tages (High / Low of Day).
- Level 2
- Das Orderbuch mit mehreren Preisstufen auf Kauf- und Verkaufsseite.
- Liquidität
- Wie leicht du in einen Titel hinein- und wieder herauskommst, ohne den Kurs zu bewegen.
- Marktkapitalisierung
- Kurs mal Zahl aller Aktien – der Börsenwert einer Firma.
- Pre-Market (Vorbörse)
- Handel vor 9:30 Uhr New Yorker Zeit, ab 4:00 Uhr.
- R
- Das Risiko eines Trades als Maßeinheit: 1R ist, was du verlierst, wenn der Stop greift.
- Relatives Volumen
- Volumen heute im Verhältnis zum üblichen Volumen zur gleichen Uhrzeit.
- Reverse Split
- Aktien werden zusammengelegt, etwa zehn alte zu einer neuen zum zehnfachen Kurs. Häufig, um den Mindestkurs der Börse von 1 $ wieder zu erreichen.
- Short Squeeze
- Leerverkäufer müssen bei steigendem Kurs zurückkaufen und treiben ihn dadurch weiter.
- Slippage
- Der Unterschied zwischen dem Preis, den du wolltest, und dem, den du bekommen hast.
- Spread
- Der Abstand zwischen Geld und Brief.
- Stop-Loss
- Eine Order, die eine Position bei einem festgelegten Kurs schließt, um den Verlust zu begrenzen.
- Verwässerung
- Neue Aktien verringern den Anteil jeder bestehenden Aktie und drücken meist auf den Kurs.
- Volatilität
- Wie stark ein Kurs schwankt.
- VWAP
- Der volumengewichtete Durchschnittspreis des Tages – für viele Daytrader die Linie, an der sich zeigt, wer gerade im Vorteil ist. Mehr
Häufige Fragen
Wie lange dauert es, Trading zu lernen?
Die Grundlagen auf dieser Seite schaffst du an einem Wochenende. Sie sicher anzuwenden – mit echtem Geld und unter Zeitdruck – dauert Monate. Bis Daytrading verlässlich trägt, vergehen bei vollem Einsatz eher zwei bis drei Jahre, und nicht jeder kommt an. Wer dir Wochen verspricht, verkauft dir etwas.
Was bedeuten grüne und rote Kerzen im Chart?
Eine grüne Kerze schließt höher, als sie eröffnet hat, eine rote tiefer. Grün heißt also nicht, dass der Kurs gegenüber dem Vortag gestiegen ist – nur, dass er innerhalb dieses einen Zeitraums gestiegen ist. Eine rote 5-Minuten-Kerze an einem Tag mit +30 % ist völlig normal.
Was bedeutet ein Doji?
Eine Kerze, bei der Eröffnung und Schluss fast gleich sind: Käufer und Verkäufer haben sich die Waage gehalten. Nach einem langen Anstieg kann das heißen, dass der Druck nachlässt. Allein ist ein Doji kein Signal – erst Ort, Volumen und die nächste Kerze machen daraus eine Information.
Was ist der Unterschied zwischen Market-Order und Limit-Order?
Die Market-Order wird sofort ausgeführt, zu welchem Preis auch immer gerade verfügbar ist. Die Limit-Order nur zu deinem Preis oder besser – dafür womöglich gar nicht. Faustregel: Limit für den Einstieg, Market nur, wenn du sofort raus musst und der Preis zweitrangig ist.
Wo setze ich meinen Stop-Loss?
Dort, wo deine Idee widerlegt ist – zum Beispiel unter dem letzten Tief, das der Kurs nicht mehr unterschreiten dürfte, wenn du recht hast. Nicht bei einem festen Prozentsatz und nicht dort, wo sich der Verlust noch erträglich anfühlt. Erst kommt der Stop, dann die Stückzahl: Ist der Abstand groß, wird die Position kleiner.
Was ist der Float einer Aktie?
Die Zahl der Aktien, die frei gehandelt werden – alle ausgegebenen Aktien ohne die Pakete von Insidern und Großaktionären. Ein kleiner Float bedeutet: Schon wenig zusätzliche Nachfrage bewegt den Kurs stark. Das macht solche Titel für Momentum-Trader interessant und für Unvorbereitete gefährlich.
Wie viel Geld brauche ich, um mit Trading anzufangen?
Zum Lernen weniger, als du denkst: Der Simulator kostet nichts, und die ersten echten Trades sollen ohnehin so klein sein, dass das Ergebnis egal ist. Was du wirklich brauchst, ist Geld, dessen Verlust dein Leben nicht verändert. Für ernsthaftes Daytrading kommen Kosten und die Regeln deines Brokers dazu – was dafür sinnvoll ist, steht auf der Seite zum Daytrading.
Kann man als Anfänger mit Daytrading Geld verdienen?
Ehrlich: Die meisten nicht. Untersuchungen aus mehreren Ländern kommen zum selben Ergebnis – die große Mehrheit der Daytrader verliert über die Zeit Geld. Das realistische Ziel im ersten Jahr ist deshalb nicht Gewinn, sondern kleine Verluste, saubere Regeln und ein Journal, das zeigt, ob du überhaupt einen Vorteil hast.
Wann ist die beste Zeit, US-Aktien von Deutschland aus zu handeln?
Für Daytrader meist die ersten ein bis zwei Stunden nach der Eröffnung um 15:30 Uhr unserer Zeit – dann sind Umsatz und Bewegung am größten. Die Vorbereitung beginnt in der Vorbörse. In den Wochen der Zeitumstellung beginnt der Handel bei uns schon um 14:30 Uhr.
Was ist Paper Trading und lohnt es sich?
Handeln mit Spielgeld zu echten Kursen. Es lohnt sich für die Mechanik und um Regeln zu testen. Es ersetzt nicht die Erfahrung mit echtem Geld: Die Angst fehlt, und die Ausführungen sind oft besser, als sie im echten Markt wären.
Weiter geht es mit den Handelsstilen (welcher passt zu deinem Alltag?), den Indikatoren (und wann sie versagen), der Psychologie – und mit dem Daytrading, falls du wissen willst, was es an Zeit und Kapital wirklich verlangt.
Keine Anlageberatung und keine Anlageempfehlung. Der Handel mit Finanzinstrumenten ist mit erheblichen Risiken verbunden und kann zum Totalverlust führen.